Rollstuhlübergabe

Hilfe für krebskranken Polizisten

Elektrorollstuhl aus Halberstadt inzwischen in Südpolen

Halberstadt (geg). Es war nicht das erste Mal, dass Janusz Marszalek beim Verein „Notruf Ukraine – Polizisten helfen“ um Unterstützung gebeten hat. „Diesmal berichtete er uns von einem langjährigen Streifenpolizisten, dem 2008 aufgrund einer Krebserkrankung eine Niere entfernt wurde. Als es ihm erneut schlecht ging, musste er sich 2018 einer Operation der Wirbelsäule unterziehen. Seitdem kann sich der heute 59jährige nicht mehr selbst fortbewegen. Mit einem Elektrorollstuhl könnte er Mobilität im Alltag erlangen“, erinnert sich Vereinsvorsitzender Ulrich Scholle an das Telefonat, dem umgehend ein Anruf bei Roland Steinke folgte.Denn der Gründer und heutige Berater der Geschäftsführung des gleichnamigen Halberstädter Gesundheits-Centers hatte nicht nur 2010 schon einmal einem erkrankten Polen mit einem Elektrorollstuhl geholfen, sondern über Jahre die Hilfstransporte des Vereins unter anderem mit aufbereiteter Rehatechnik bestückt. Steinke sagte sofort zu.„Ich möchte kranken Menschen helfen, mobil am täglichen Leben teilzunehmen. Ihnen soll ermöglicht werden, ihren Tag anders zu gestalten und ohne fremde Hilfe von A nach B zu kommen“, begründet er seine schnelle Entscheidung. Das entsprechende Gefährt war schnell in den Zustand versetzt worden, der dem Patienten gestattet, seine Wohnung zu verlassen.Als Janusz Marszalek mit Oberstleutnant Adam Sowa pensionierterstellvertretender Kommandeur der Bezirkspolizei in Oswiecim und langjähriges Ratsmitglied des Kreistages zur Abholung des Rollstuhles in den Werkstätten über der Schlagmühle ankamen, traf kurz darauf Roland Steinke ein, der den Rollstuhl von der Voigtei selbst durch die Straßen gesteuert hatte und damit gleich dessen Funktionsfähigkeit nachwies.Im Beisein von Ulrich Scholle und Vereinsmitglied Polizeihauptmeister Holger Oppermann wurde der elektrische Rolli an die von weither angereisten Gäste übergeben. Adam Sowa berichtete über die Situation des in einem kleinen Dorf bei Krakau lebenden Polizisten. Nicht nur für diesen sei das Leben durch die Erkrankung schwer geworden, sondern auch für seine Frau und die Tochter. „Gerade liegt er wieder im Krankenhaus, wird aber zum Weihnachtsfest entlassen. Dann wollen wir ihm den Rollstuhl übergeben“, sagte Sowa.Damit der Empfänger das sehr wendige Fahrzeug mit der Vier-Quadranten-Steuerung problemlos bewegen kann, erklärte Roland Steinke den beiden Polen sehr ausführlich dessen Bedienung. „Mit voller Batterie können rund 40 km am Tag zurück gelegt werden. Dank großer Räder vorn ist es möglich, auch Barrieren wie Bordsteinkanten zu überwinden“,nannte er zwei Vorzüge, verriet weitere technische Daten und demonstrierte alle notwendigen Handgriffe bis hin zum Aufladen der Batterie.Adam Sowa und Janusz Marszalek bedankten sich bei Roland Steinke und dem Verein und fuhren noch am selben Tag Richtung Südpolen zurück.

Polizeihauptmeister Holger Oppermann, Oberstleutnant Adam Sowa, Roland Steinke, Ulrich Scholle und Janusz Marszalek (von links) bei der Übergabe des Elektrorollstuhls. Foto: Gerald Eggert

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