Ukrainische Ärzte sind zu Gast im Harzklinikum Wernigerode

Verein organisiert Hilfstransport in osteuropäisches Land / Medizinisches Gerät und Mobiliar werden für Krankenhaus nahe Lwiw gespendet

Von Katrin Schröder
Chefarzt Dr. Dieter Haessner (3. von links) zeigt Dr. Eugeniusz Pod-hrebelny (links) und weiteren Kollegen aus der Ukraine den Linearbeschleuniger der Klinik für Strahlentherapie.

Chefarzt Dr. Dieter Haessner (3. von links) zeigt Dr. Eugeniusz Pod-hrebelny (links) und weiteren Kollegen aus der Ukraine den Linearbeschleuniger der Klinik für Strahlentherapie. | Foto: Katrin Schröder

Wernigerode l Die vier Männer betrachten die Liege, über die ein weißes Tuch gebreitet ist. Diese dient Krebspatienten, die mit dem Linearbeschleuniger behandelt werden, erklärt Dr.Dieter Haessner, Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie am Harzklinikum Wernigerode. Die Besucher haben einen weiten Weg hinter sich. Die vier Ärzte aus der Ukraine haben drei Tage lang Wernigerode besucht, am Wochenende sind sie zurückgefahren – mit einem Hilfstransport, den der Verein „Notruf Ukraine“ organisiert hat.

15 Tonnen Hilfsgüter, die zum großen Teil vom Harzklinikum gespendet wurden, bringen die Helfer in das Kreiskrankenhaus Sambir, etwa 75Kilometer von der Bezirkshauptstadt Lwiw (Lemberg) und rund 40 Kilometer von der Grenze zu Polen entfernt. In dem 330-Betten-Haus fehlt es vor allem an medizinischem Gerät, erklärt Chefarzt Eugeniusz Podhrebelny, „Wir haben Kopf und Hände und eine gute Ausbildung, aber nicht die nötige Ausrüstung. Dafür fehlt in unserem Land das Geld.“

Zusammen mit seinen Kollegen Volodymur Kostrytckyi, Mukolo Kyundua und Andriy Podhrebelny hat der Spezialist für Ultraschalldiagnostik einen Rundgang durch das Wernige röder Klinikum unternommen. Etwa 100 Patienten werden täglich in der Klinik behandelt, berichtet der Chefarzt. „Bei uns liegen die Zahlen höher, bedingt durch Tschernobyl“, sagt Podhrebelny. Chefärztin Chitra Königsmark führt die Gruppe dann durch das Zentrallabor, mit denen mehr als drei Millionen Untersuchungen pro Jahr vorgenommen werden.

Zuvor wurden schon die Hilfsgüter für den aktuellen Transport verladen – vor allem Medizintechnik, Betten und Mobiliar. Die Mediziner wählten aus, was am dringendsten gebraucht wird – „damit wir zielgerichtet helfen können“, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Holger Oppermann. Das Klinikum stelle gern Spenden bereit. „Es ist gut, wenn man mit verlässlichen Partnern zusammenarbeiten kann“, so Sprecher Tom Koch. Am Sonnabend sind die Helfer Richtung Osten aufgebrochen – mit Zwischenstopp im polnischen Oswiecim (Auschwitz), wo eine Übernachtung und ein Besuch des Konzentrationslagers geplant waren.

Wir sind zurück

Abschiedsfoto mit unseren Gastgebern und Ärzten aus Sambir

Der 6. Hilfstransport nach Sambir ist zu Ende.Eine Woche lang waren 9 Mitglieder unseres Vereins unterwegs um die Hilfsgüter für das Krankenhaus in Sambir zu überbringen.Auf 2 Transportern und einem großen LKW waren die Hilfsgüter verstaut.Die Hilfsgüter konnten wir direkt im Krankenhaus abladen.Ein Zöllner überwachte die Entladung vor Ort.Viele fleißige Helfer waren beim Entladen dabei und staunten nicht schlecht,wie viel Material auf einen LKW passte.Diese Hilfsgüter werden in Zukunft die Behandlung und Unterbringung der Patienten verbessern.Es wird nicht der letzte Transport dieser Art sein,denn der Nachholebedarf ist sehr hoch.Mit Stolz können wir auf die bisher geleistete Arbeit zurück blicken.An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Mitglieder,die diesen Transport begleitet haben.Weiterhin möchten wir uns ganz herzlich bei unseren Sponsoren bedanken,die durch die Bereitstellung der Fahrzeuge diese Transporte erst ermöglichen.                                                                           Andre Hofmann stellte den LKW,(DAF Niederlassung Barleben),                                                                                 der Brockenwirt,Herr Steinhoff stellte den VW Caddy und                                                                                           das Ford Autohaus Wölfer aus Königerode stellte wie jedes Jahr einen Transporter kostenlos zur Verfügung.         Vielen Dank.

einige Impressionen vom Enladen des LKW`s

Udo beim Entladen

Hochwertige Geräte werden entladen

benötigte Betten

hochwertige Technik

Ladelisten werden abgestempelt

Dankeschön beim Autohaus Wölfer

 

Hilfstransport nach Sambir

das Organisationsteam

Chefarzt Jewgeni Podgreblny, Dolmetscher Wanja
Seglejtschuk, 
Schatzmeister Holger Greulich und Vereinschef Ulrich Scholle
kontrollieren die Verladeliste, während viele fleißige Helfer den
Sattelschlepper beladen. Foto: Gerald Eggert
Ulrich Scholle: "Bedarf weiterhin sehr groß"

Verein „Notruf Ukraine -Polizisten helfen“ schickt sechsten Hilfstransport nach Sambir Heute morgen verläßt ein mit 40 Tonnen Hilfsgütern beladener Sattelschlepper dieKreisstadt. Begleitet wird er von neun Mitgliedern des Vereins „Notruf Ukraine- Polizisten helfen“. Ziel ist das Krankenhaus in Sambir in der Westukraine. Reges Treiben herrschte am Donnerstag und Freitag im Lager des Vereins „Notruf Ukraine – Polizisten helfen“. Auf dem Hof war ein Sattelschlepper vorgefahren, dessen riesige Ladefläche es zu füllen galt unter anderem mit 20 Pflegebetten, Möbeln,Medizintechnik, medizinischem Verbrauchsmaterial und Bettwäsche.Damit vor allem jene Güter verladen wurden,die im Krankenhaus Sambir am Dringendsten benötigt werden, war extra ein Ärzteteam unter Leitung von Chefarzt Jewgeni Podgreblny nach Halberstadt gekommen und traf vor Ort die Auswahl.Obwohl es schon der sechste Transport ist, der in die westukrainische Stadt in der Nähe von Lwow fährt, ist in dem Krankenhaus, in welchem 330 Patienten stationär betreut werden können, noch immer großer Bedarf an sehr vielen Dingen.Unsere neue frei gewählte Regierung möchte den medizinischen Bereich reformieren“, so Podgreblny, „allerdings reichen die finanziellen Mittel nicht aus, so dass wir auf die Hilfe aus Deutschland angewiesen sind und diese gern annehmen.“ Der Halberstädter Verein habe in den vergangenen Jahren sehr große Unterstützung gegeben, den Standard in den einzelnen Abteilungen wesentlich zu verbessern. Wir sind sehr dankbar. Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut“, so der Chefarzt, „wir haben wirklich großes Glück, dass wir diesen Kontakt haben. Durch die Transporte konnten schon sehr viele alte Einrichtungsgegenstände und Geräte ausgetauscht werden. Diesmal soll vor allem die Hals-, Nasen- und Ohrenklinik davon profitieren.“Bei unseren Besuchen in Sambir haben uns die Ärzte voller Stolz präsentiert, was sich dank unserer Lieferungen im Krankenhaus verbessert hat. Sie haben uns gezeigt, dass sie damit richtig arbeitsfähig sind und den Patienten helfen können“, berichtet Vereinsvorsitzender Ulrich Scholle, „wir haben aber auch mit eigenen Augen sehen können, dass noch vieles im Argen ist.Deshalb werden wir sicher auch weiterhin gebraucht.“ Es fehle eigentlich an allem, unterstreicht er, um in dem Krankenhaus und seinen drei Außenstellen die medizinische Versorgung für 114 000 Einwohner sicher zu stellen. Dem Personal bescheinigt Scholle großes Engagement: „Die Ärzte, Pfleger und Schwestern tun wirklich alles im Interesse der Patienten. Und das unter wirklich schwierigen Bedingungen. So haben die Ärzte schon zwei Monate keine Gehälter mehr bekommen, wie wir gerade erfahren haben.“Nachdem das Ärzteteam beim letzten Besuch sich im Halberstädter Ameos-Klinikum umschauen und mit Kollegen sprechen konnte, war es diesmal im Wernigeröder Harzklinikum zu Gast. Aus diesen und anderen regionalen Einrichtungen stammen viele der Hilfsgüter, die Richtung Ukraine auf die Reise gingen bzw. gehen. Die 40-Tonner wurde bis dicht unter die Plane beladen, jeder kleine Raum wurde ausgenutzt, um möglichst viel mitnehmen zu können. Neun Mitglieder des Vereins sind in zwei Begleitfahrzeugen mit dem Sattelschlepper mit unterwegs. An der Grenze von Polen zur Ukraine will das Ärzteteam aus Sambir bei der Erledigung der Zollformalitäten helfen. Denn es soll zügig gehen. „Die Papiere sind vollständig. Also dürfte die Abfertigung nicht sehr lange dauern“, so Scholle,der auch anderes kennt. Er erinnert daran, dass vorhergehende Transporte schon über viele Stunden, ja sogar einen ganzen Tag an der Grenze stehen mussten. Nach einer Woche werden die Begleiter zurück sein in Halberstadt. „Ich wünsche Euch eine störungsfreie Fahrt. Grüßt unsere Freunde und kommt alle gesund wieder“, verabschiedete Vereinschef Ulrich Scholle die Begleitmannschaft. --

Gerald Eggert Journalist

 

Hilfe auch für andere Vereine

Vor Kurzem erreichte uns ein Anruf von Olga Tape.Sie ist Vorsitzende im Verein „Reavita“.Durch unsere Internetpräsenz wurde Sie auf uns aufmerksam.Ein Kurzer Anruf genügte und Sie wußte, das Sie bei uns an der richtigen Adresse ist.Sie möchte mit Hilfe unseres Vereins eine Schule für behinderte Menschen mit Hilfsmaterialien ausstatten.Unterstützt wird Sie in Ihrer Hilfsbereitschaft durch Volker Lauktien. Volker stellt kostenlos seinen 7,5 t zur Verfügung um die Hilfsgüter nach Cherson zu bringen.

Manfred,Olga und Ulli nach abgeschlossener Beladung des 7,5 t

15 Schulbänke,30 Stühle,medizinische Liegen,1 Pflegebett,Kinderbett,medizinische Cleanstrecke,medizinische Stühle,1 Gefriertruhe,Einwegtextilien,Schuhe,Bettwäsche,Fahrräder wurden durch unsere fleißigen Helfer auf der Ladefläche verstaut.Olga hätte noch viel mehr Material verstaut,jedoch war das Volumen erreicht und der LKW stand kurz vor der Überladung.

Olga bedankte sich im Namen Ihres Vereins für die Hilfe und versprach uns auch eine Rückmeldung von Cherson zukommen zu lassen.Wir wünschen Olga und Ihrem Verein alles Gute für die weitere Zukunft.

Für unseren Verein steht der Mai-Transport voll im Fokus.Ab 7.5. wird im Lager Taubenstrasse der 40 t  mit Hilfsgütern beladen.Starten soll der Transport am 9.5. mit Ziel Sambir.9 Mitglieder werden diesen Transport begleiten.Wir wünschen eine Gute Fahrt, gutes Gelingen und eine sichere Heimfahrt.

Text und Bilder Mario Sahlmann

 

Humanitäre Hilfe für Krisenregion Artemiwsk

 

 

 

Gerald Wlassuk und Holger Greulich verladen einen Inkubator für die
Ostukraine. | Foto: Mario Sahlmann

Halberstadt (geg) l Reges Treiben herrschte im Lager des Vereins „Notruf Ukraine“ in Halberstadt, als dieser Tage ein 40-Tonnen-Lkw mit ukrainischem Kennzeichen auf den Hof fuhr. Viele fleißige Helfer hatten bereits vor dessen Ankunft das Material zusammengestellt, welches mit dem Hilfstransport in die Krisenregion Artemiwsk, eine Stadt im Oblast Donezk mit fast 80 000 Einwohnern, geschafft werden sollte.

Pflegebetten, medizinisches Verbrauchsmaterial und Kleidung wurden auf der Ladefläche professionell verstaut. Hinzu gesellten sich zwei Inkubatoren und ein Ultraschallgerät, gefolgt von zahlreichen Rollatoren, Krücken und Patiententragen.

„Dieser Transport hatte mehrere Väter.“

Vereinssprecher Mario Sahlmann

„Dieser Transport hatte mehrere Väter“, erklärt Vereinssprecher Mario Sahlmann, „er ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit von Hilfsorganisationen. Den Lkw hat die ukrainische Organisation `Internationale Ukraineunterstützung` bereitgestellt, ein Teil der Ladung stammt aus Magdeburg von der Deutsch-Ukrainischen Vereinigung, welche mit dem Transport zwei Ärzte auf den Weg schickte.“

Unterstützung kam außerdem von einer kleinen Abordnung aus Stuttgart. Dort hat der gebürtige Halberstädter Gerald Wlassuk eine Interessengemeinschaft ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Ukraine mit Hilfsmaterialien zu versorgen.

„Wir begrüßen die Aktivitäten unseres Vereinsmitgliedes in der baden-württembergischen Landeshauptstadt und sichern ihm unsere Unterstützung zu“, versichert Sahlmann. Bereits im September 2014 hat der Halberstädter Verein einen Transport aus Stuttgart ins Medizinische Zentrum Westukraine in Lwiw mit Material aus seinen Beständen ergänzt.

Liebe Freunde!

Nach über 10 erfolgreichen Jahren im Verein, haben wir uns entschlossen einen neuen Internetauftritt zu gestalten.
Die Zeit war reif… 😉

Wir möchten Mitgliedern, Freunden und Förderern künftig eine Platform zum Informationsaustausch und zum Dialog bieten und wollen an dieser Stelle anregen, uns Eure Ideen und Meinungen zukommen zu lassen. Macht mit und werdet Teil einer aktiven Gemeinschaft!

Anregungen bitte per E-Mail an Mario oder hier direkt im Antwortformular.