Spital mit Betten komplett ausgestattet

Verein „Notruf Ukraine – Polizisten helfen“ schafft Hilfsgüter nach Polen

Aspenstedt (geg). Am Montag im Lager des Vereins „Notruf Ukraine – Polizisten helfen“ randvoll beladen, setzte sich am Dienstag früh ein 40-Tonner der Lutz Ullwer Nah- und Ferntransporte aus Zilly und ein Begleitfahrzeug mit Kinderkleidung in Bewegung. Deren Ziel ist zunächst das Kinderdorf „Dr. Janusz Korczak“ in Rajsko bei Oswiecim. Dort werden Kinderwagen und -kleidung sowie Rollatoren abgeladen. Letztere sind für eine benachbarte Sozialstation bestimmt. Die Weitergabe organisiert Janusz Marszalek, der Gründer des Kinderdorfes und Vorsitzender der polnischen Seniorenunion. Dann rollt der Hilfstransport weiter ins rund 50 Kilometer entfernte 
Siemianowice Slaskie, eine Industriestadt mit rund 70.000 Einwohnern, sechs Kilometer nördlich von Katowice im Oberschlesischen Industriegebiet. „In das städtische Spital haben wir bereits im Oktober 60 Betten geliefert, die aus dem Krankenhaus Wolfenbüttel stammen“, berichtet Ulrich Scholle, der diesmal mit vier Helfern nach Polen unterwegs ist.Obwohl gebraucht, seien diese Betten in einem hervorragenden Zustand, hatte die Krankenhauschefin Agnieszka Wolowiec damals vor laufender Fernsehkamera gesagt und den Wert pro Stück auf 3000 Euro geschätzt“, so der Vereinsvorsitzende. Sie dankte dem Halberstädter Verein und Janusz Marszalek, die diese Hilfslieferung möglich gemacht hatten, sowie Anna Janik von der Schlesischen Bezirkskammer der Krankenschwestern und Hebammen, Dr. Michael Dyaczynskiego und Schulleiterin Jolanta Latkowska-Buda für die Unterstützung. Letztere hatte organisiert, dass Jugendliche aus katholischen Schulen in Semianowice die Betten   „in Express-Geschwindigkeit“ entladen hatten.Die Klinikleitung ist dankbar für das Geschenk, das den Patienten viele Jahren zugute kommen wird“, sagte die Krankenhausdirektorin damals gegenüber Scholle, „28 Betten werden in der Chirurgie genutzt, je 16 bekommen die beiden Inneren Abteilungen. Zwei Kinderbetten erhält die Neonatologie.“Als der Vereinschef gefragt wurde, ob er weitere Betten organisieren könne, sagte er spontan zu. „Ein Mann, ein Wort. Jetzt lösen wir das Versprechen ein“, sagt Scholle kurz vor der Abfahrt, „damit ist das Krankenhaus dann komplett mit modernen Betten ausgestattet.“ Abgeladen werden in Siemianowice Slaskie auch einige Paletten Verbrauchmaterial, die von der Halberstädter Firma Dahlhausen Medizintechnik gesponsert wurden. Am späten Donnerstag Abend will Scholle mit seiner Mannschaft wieder zurück sein.Anfang Februar wird ein Ärzteteam aus der ukrainischen Stadt Lutsk auf Einladung der Aktion Tschernobyl-Hilfe Hildesheim, welche wir kürzlich mit einem Transport Krankenhausbetten unterstützt haben, nach Deutschland kommen. Sie sollen hier im Praktikum unterwiesen werden in spezielle Medizintechnik“, schaut der Vereinsvorsitzende auf nächste Aktivitäten, „bei der Gelegenheit wollen die Ärzte uns besuchen und im Lager auswählen, was dringend benötigt wird.“Bei all unseren Einsätzen in Osteuropa wird uns immer wieder vor Augen geführt, wie wichtig unsere Hilfe ist und wo sie am Dringendsten benötigt wird. Es fehlt an so vielen Dingen, vor allem im medizinischen Bereich. Krankenhäuser sind oft mit Technik und Mobiliar ausgestattet, die sich hier kaum jemand vorstellen kann“, berichtet Scholle, „deshalb wende ich mich vor allem an Krankenhäuser, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen, die aus welchen Gründen auch immer gut erhaltene Krankenhaus- oder Pflegebetten, medizinische Geräte oder Rollstühle aussondern. Wir wissen, dass solche, auch wenn sie nicht mehr den deutschen Anforderungen und Vorschriften entsprechen, woanders noch lange gute Dienste tun und damit vielen Menschen geholfen werden kann.“ 

Wer etwas anzubieten hat, kann sich bei ihm unter Tel. 0178 855 6040 melden.

In Aspenstedt wird ein 40-Tonner mit Betten und medizinischem 
Verbrauchsmaterial beladen. 

Fotos und Text : Gerald Eggert

Wir wünschen Euch allen eine gute Fahrt, viele schöne Erlebnisse und Eindrücke.

Grüßt die Freunde und kommt gesund und munter zurück.

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