Geld für wichtige Anschaffungen fehlt

40 Tonnen Hilfsgüter verlassen
Halberstadt Richtung Südukraine

Olga und Uli,Freunde fürs Leben

Halberstadt (geg). Viele Helfer packten zu und füllten in wenigen 
Stunden einen 40-Tonner bis unter die Decke des Laderaumes. Die 
Pflegebetten, medizinischen Geräte und Verbrauchsmaterialien sowie 
Nähmaschinen und andere dringend benötigte Gerätschaften hatte Olga Tape
zuvor im Lager des Vereins „Notruf Ukraine - Polizisten helfen“ 
ausgewählt.
Auch das beschleunigte den Verladevorgang.Die Vorsitzende des Vereins
Reavita“ war auf die Internetseite des Halberstädter Vereins gestoßen und
hatte zu ihm telefonischen Kontakt aufgenommen. Ihrer Bitte um Hilfe folgte
sogleich eine positive Reaktion. Die gebürtige Ukrainerin lebte 25 Jahre in
Deutschland, verfolgte in der jüngsten Vergangenheit die Entwicklungen in
ihrer Heimat mit Sorge und entschied, zurückzukehren, vor Ort zu helfen und
dafür auch ihre deutschen Sprachkenntnisse und Kontakte zu nutzen. „Ich 
habe mir trotz der unsicheren Lage im Lande ein Bild gemacht und mit 
meinem Verein abgestimmt, wo dringende Hilfe notwendig ist. Und auch, wo 
man durch Hilfe zur Selbsthilfe viel bewegen kann“, berichtet sie.
Der Verein „Reavita“ kümmert sich vor allem um Kranken- und Waisenhäuser 
und Behinderteneinrichtungen und Dörfer, in denen es keine medizinische 
Versorgung gibt. Vielen Menschen fehlt das Geld, eine medizinische 
Behandlung zu bezahlen. Das betreffe vor allem Rentner, Geringverdiener 
und Familien mit vielen Kindern. „Es gibt in unserem Krankenhaus zwar 
genug engagierte Leute, die helfen, so gut sie können, doch vieles 
können sie nicht leisten, weil es kaum finanzielle Mittel für dringend
benötigte Anschaffungen gibt“, so Olga Tape.
Aus Halberstadt kommt nun erneut Hilfe in die immerhin 341.839 Einwohner 
zählende Stadt Cherson im Süden der Ukraine. „Beim letzten Mal haben wir 
unter anderem ein Ultraschallgerät mitgebracht. Den Empfängern standen 
wirklich die Tränen in den Augen“,versichert sie, „denn damit können sie
auch Leuten helfen, die nicht bezahlen können.“
Beim ersten Anruf von Olga Tape haben wir sofort unsere Unterstützung
zugesagt“, erinnert sich Ulrich Scholle. Denn es sei nun mal ein Notruf 
aus der Ukraine gewesen, der entsprechend dem Vereinsnamen ohnehin zur 
Hilfe verpflichtete. So fuhr zuerst ein beladener Kleintransport nach 
Cherson, später machte sich ein 7,5-Tonner mit Hilfsgütern auf den Weg. 
Olga war eine Woche unser Gast und hat in dieser Zeit zusammengestellt, 
was mit dem 40-Tonner transportiert werden soll.“
Es sei nicht wenig, was das Lager verlasse, so Scholle. Doch komme ihm 
diese „Räumung“ ganz gelegen. „Wir brauchen demnächst viel Platz, denn 
uns wurden größere Posten angekündigt, die verstaut werden wollen“, so 
der Vereinsvorsitzende. Er betont, dass das Krankenhaus in Sambir, zu 
dem seit Jahren Kontakt besteht, weiterhin im Fokus aller Bemühungen 
stehen werde, und freut sich, dass beim nächsten Transport
2016 eine komplette Küche für das Krankenhaus mitgenommen werden kann. „Das
Küchenpersonal hat sich bisher mit seinen Wünschen zurück gehalten. Ihm 
war die Ausstattung mit Mobiliar und medizinischen Geräten wichtiger“, 
sagt Scholle und erinnert daran, dass die Halberstädter bei ihren 
Besuchen sehr wohl festgestellt hätten, dass es auch in der 
Krankenhausküche großer Mangel an einfachen Dingen herrscht.
Letzte Woche hatten die Halberstädter erst wieder Besuch aus Sambir und 
ihm bereits signalisiert, was sie beim nächsten Mal mitbringen werden. 
Die Freude über diese Ankündigung sei sehr groß gewesen.
Auch Olga Tape kann ihre Freude nicht zurück halten: „Ich bin so froh,
solch tolle Partner gefunden zu haben. Ich werde ihnen berichten, wie 
all diese wertvollen Dinge in Cherson in Empfang genommen wurden. Und 
ich sage schon mal ein großes Dankeschön im Namen der Empfänger.“

In Deutschland entladen, wäre der Lkw normalerweise leer zurück 
gefahren. Nun bringt er Hilfsgüter aus Halberstadt in die Ukraine.
 
Viele fleißige Helfer bei der Beladung des 40 t LKW`s

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