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OZ – 03.02.2014

Möbel der Ostseeklinik in drei 40-Tonner verladen

Der Verein „Notruf Ukraine“ versorgt ein Kinderdorf und ein Seniorenheim in Polen mit den Schränken, Betten und Sofas.

mab

Boltenhagen. Wie ein dicht gepacktes Möbellager wirkte am Wochenende ein Raum der Ostseeklinik. 21 Helfer des Harzer Vereins „Notruf Ukraine“ und aus Polen verluden die Schränke, Tische und Sofas in insgesamt drei 40-Tonner. Am Freitag, Sonnabend und Sonntag rollten die Lastwagen vom Gelände der Klinik. Ankommen sollen sie in Polen, in einem Seniorenheim eines Klosters in Cieszyn an der polnisch-tschechischen Grenze und in einem Kinderdorf in Oswiecim. 

114 Appartements werden derzeit in der Ostseeklinik gestrichen, neu eingerichtet und mit neuen Fußböden versehen. Dazu werden die Möbel abtransportiert. Einen teil hatte zum Jahreswechsel bereits die Lidahilfe geholt. „Die Einrichtungen stammen zwar noch von der Eröffnung 1997, haben aber eine sehr gute Qualität. Sie sind nur nicht mehr zeitgemäߓ, sagt Carsten Körner, Geschäftsführer der Ostseeklinik. „Die Zimmer werden mit ebenso hochwertigen aber moderneren Möbeln neu eingerichtet. Wir wollen immer Premium sein und diesen Standort auch langfristig sichern“, sagt Körner. „Die soziale Verwendung derMöbel ist mir wichtig, weil auch wir ein Unternehmen im medizinischen, sozialen Bereich sind.“ so Körner, der die Kooperation mit dem Verein „Notruf Ukraine“ und den Einrichtungen in polen gerne ausbauen will. „Ich freue mich schon auf meinen Gegenbesuch, wenn das Kinderdorf in Oswiecim Jubiläum hat.“ Dann möchte er auch das Seniorenheim besuchen, das Möbel erhält. 

Es liegt genau an der Grenze zwischen Polen und Tschechien, erklärt Janusz Marszalek, der den Transport von polnischer Seite aus begleitet. „Die Schwesternder heiligen Elisabeth haben den teil des Klosters vor kurzem vom Staat zurück erhalten und er ists ehr verfallen. Nach der Sanierung brauchen sie nun Möbel für die Senioren. Sie haben in ihrem leben viel geleistet und können sich jetzt mit diesen Möbeln wohlfühlen“, sagt Marszalek. Der 58-Jährige war von 2002 bis 2011 Präsident der Stadt Oswiecim, bekannt als Auschwitz, ist Vorsitzender der polnischen Seniorenunion und Vizepräsident der europäischen Seniorenunion sowie Co-Vorsitzender der deutsch-polnischen Arbeitsgruppe im Rat der Gemeinden und Regionen Europas. Er hat 1994 nach dem Vorbild der SOS-Kinderdörfer ein Kinderdorf in Oswiecim gegründet. 

Das Kinderdorf ist eine Einrichtung, die der Verein „Notruf Ukraine“ unterstützt. Er wurde von aktiven und ehemaligen Polizisten vor zwölf Jahren im Harz gegründet und zählt inzwischen 160 Mitglieder. „Wir bringen Hilfsgüter für Krankenhäuser, Pflegeheime und Kindereinrichtungen nach Polen, in die Ukraine und nach Rumänien“, erklärt der Vorsitzende Ulrich Scholle. „Herr Körner hat an uns gedacht, als es drum ging diese Möbel zur Verfügung zu stellen. Und wir wurden hier herzlich aufgenommen und drei Tage untergebracht“, freut er sich über den angenehmen besuch in Boltenhagen. 

Dennoch haben die Helfer drei Tage jeweils sechs Stunden kräftig geschuftet, um drei Lkw mit den Möbeln zu beladen. 

* Infos zum Hilfsverein im Netz unter www.notruf-ukraine.de und zur Klinik unter www.ostseeklinik-boltenhagen.de.

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