Verladung der Hilfsgüter für Sambir

Zollpapiere verspätet eingetroffen

„Notruf Ukraine – Polizisten helfen“ schickt Hilfstransport nach Sambir

Halberstadt (geg). Eigentlich sollte der Hilfstransport bereits vor
einem Monat in Richtung Ukraine rollen. Mit großer Verspätung wurde er
gestern auf die lange Reise geschickt. „Die notwendige Zollbefreiung aus
der Ukraine fehlte. Ohne sie läuft nichts“, erklärt Ulrich Scholle,
Vorsitzender von „Notruf Ukraine – Polizisten helfen“.
Dabei hatte der Verein den Termin fest eingeplant und wie immer alles
gut vorbereitet. Ein 40-Tonnen-Lkw war geordert worden und zehn
Mitglieder hatten extra Urlaub genommen für den Zeitraum. „Wir mussten
die Tour kurzfristig abblasen, das Fahrzeug abbestellen und unseren
Leuten klar machen, dass ihr Einsatz nicht mehr benötigt wird.“
Als die Zollbefreiung dann doch noch mit großer Verspätung eintraf,
bemühte sich die Vereinsleitung um die kurzfristige Organisation eines
Transports. Ralf Strauch wandte sich an die Deutsche Gesellschaft für
Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und beantragte einen 40-Tonner. Ein
solcher wurde genehmigt und samt Fahrer kostenlos zur Verfügung gestellt.
Als das Fahrzeug auf dem Lagerhof eintraf, galt es keine Zeit zu
verlieren. „Wir benötigten diesmal mehr Helfer als sonst. Deshalb haben
wir nicht nur Vereinsmitglieder mobilisiert, sondern baten auch die
Leute vom Europäischen Bildungswerk, die in der Werkstatt auf dem Hof
arbeiten, um Unterstützung“, sagt Scholle. Anleiter Andreas Beier ließ
sich nicht zweimal bitten. „Es war nicht das erste Mal, dass er und
seine Männer tüchtig zupackten. Dafür sagen wir Dankeschön.“
Schnell füllte sich auf diese Weise die Ladefläche mit einer kompletten
Zahnarztstation, Gyn-Stühlen, Pflegebetten, Mobiliar, Bettwäsche und
Verbrauchsmaterial. Für das fachgerechte Verstauen sorgte ein
Mitarbeiter der Fa. „Willi&Co“, der extra für diesen Einsatz abgestellt
worden war.
„Wir sind froh, dass es nun doch noch geklappt hat. Unsere Freunde im
Krankenhaus von Sambir warten auf die Sachen“, weiss Scholle und
erinnert an die Delegation mit fünf Ober- und Chefärzten aus dem
Kreiskrankenhaus, die in diesem Jahr zum Vereinsjubiläum in den Vorharz
gekommen waren und medizinische und andere soziale Einrichtungen besucht
hatten. Im Ameos-Klinikum St. Salvator bot man ihnen nicht mehr
benötigte medizinische Geräte und anderes ausgemustertes Material an,
das in ihrer Heimat dringend benötigt wird. Gemeinsam mit
Vereinsmitgliedern wählten sie damals die Sachen aus.
„Ich denke, sie warten darauf und werden sich freuen über diesen
Transport. Gern wären wir selbst gefahren. Denn uns geht es nicht darum,
etwas dorthin zu bringen und abzuladen. Wir wollen auch den Menschen
begegnen und langjährige Kontakte zu den inzwischen vielen guten
Freunden pflegen“, unterstreicht der Vereinsvorsitzende. Aufgrund der
besonderen Situation müsse man sich aber mit dieser Lösung zufrieden geben.

Gerald Eggert

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